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Medizinische Behandlung ohne Grenzen
20.05.2009
Hof - "Gesundheit grenzenlos, grenzüberschreitende Gesundheitsfürsorge" war in dieser Woche das Thema eines Vortrages im Hofer Theresienstein. Elisabeth Scharfenberg, Bundestagsabgeordnete der Grünen, begrüßte dazu die EU-Parlamentarierin Elisabeth Schroedter, die seit 1994 in den Ausschüssen Regionale Entwicklung sowie Soziales und Beschäftigung sitzt. Von der Karls-Uni in Prag war Professorin Dr. Jirina Siklova gekommen, eine engagierte Streiterin der tschechischen Grünen.
"Europa wächst zusammen und stellt uns vor immer neue Aufgaben. Deren Lösung gehört zu den schwierigsten, die Europaparlamentarier zu lösen haben. Die Gesundheitsfürsorge ist keine Ware." Eine freie Arzt- und Krankenhauswahl in Europa werfe eine ganze Reihe von Fragen auf.
Im Mittelpunkt steht das Recht der Bürger, sich innerhalb Europas medizinisch behandeln zu lassen. Deutsche Versicherte könnten medizinische Leistungen im Ausland in Anspruch nehmen, sie hätten dabei unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Kostenerstattung. Bisher gebe es aber kein Gesetz, das die Übernahme der Kosten exakt regelt. "Eine neue Richtlinie soll hier Klarheit schaffen", betonte Elisabeth Scharfenberg.
Ausführlich informierte ihre Kollegin Elisabeth Schroedter über bestehende und noch angedachte Möglichkeiten im grenzüberschreitenden Gesundheitswesen. "Jeder Mensch, der im europäischen Ausland erkrankt oder einen Unfall erleidet und im Ausland behandelt wird, bekommt die Kosten dafür erstattet", sagte Schroedter.
Anders sehe es dagegen bei planbarer medizinischer Behandlung aus. Die Kommission habe noch keine klaren Richtlinien dafür festgelegt. Hier wollten sich die Grünen für Veränderungen einsetzen. Wohnortnah - vor allem für die Grenzregion Oberfranken-Tschechien - soll es möglich werden, dass die Patienten planbare Eingriffe etwa im Bereich Orthopädie oder der Zahntechnik im Nachbarland durchführen lassen. Damit könnten die Kapazitäten beiderseits der Grenze besser ausgelastet werden und es ließen sich lange Wartezeit für Erkrankte vermeiden, sagte EU-Parlamentarierin Schroedter im Theresienstein.
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